Gotta catch ‘em all!

Das lange Warten hat ein Ende. Seit kurzem findet man im App Store die heiß ersehnte App „Pokémon GO“. Auch ich war als Kind begeisterter „Trainer“ und spielte sowohl die Gelbe-, Grüne- und Smaragd-EDITION und wie sie alle noch hießen, auf meinem Game-Boy. Ob Pikachu und Co. allerdings mit dem neusten Produkt der Kultmarke etwas Gutes bewirken werden, wage ich zu bezweifeln. Ich bzw. ein „Trainer“ hatten nämlich kürzlich echt Glück, dass wir uns nämlich nicht ernstlich verletzten oder gar Schlimmeres passierte. Seit diesem Erlebnis habe ich mich zum Feind dieses Spiels „entwickelt“.
 

Der Ansatz mit dieser App für mehr Bewegung der User zu sorgen ist grundsätzlich nicht schlecht.

Sorry, aber ich hab Pikachu gefangen...

Als Sportfanatiker finde ich den Ansatz nicht schlecht, mit dieser App für mehr Bewegung der User zu sorgen. Auch Bekanntschaften „in echt“ zu schließen, ist eigentlich keine dumme Idee. Weil das wird in unserer Smartphonewelt eh immer schwieriger. Die Idee also, sich dieses „Spiels“ zu bedienen, um soziale Kontakte zu pflegen, ist an sich keine schlechte. Sobald allerdings Gefahren ins Spiel kommen, und der Spaß- zum Angstfaktor wird, geht das Ganze für mich zu weit.
Kürzlich fuhr ich auf der B17 Richtung Innenstadt. In den Sommermonaten gleicht die „Triester Straße“ mit ihren hundert Baustellen sowieso immer einem Fleckerlteppich. Plötzlich springt ein Bauarbeiter auf die Straße und schreit: „Jawohl, ich hab ihn!“ Gerade noch mit einer Vollbremsung konnte ich ein Unglück vermeiden. Der Bauarbeiter bzw. aktiver „Trainer“ und Spieler von Pokémon GO bemerkte aber gar nicht, dass er den baustellenbedingt abgegrenzten Bereich bereits verlassen hat und mitten auf der Straße stand. Sichtlich erschrocken versuchte er mich mit dem Argument zu beruhigen: „Es tut mir leid, aber ich habe Pikachu gefangen!“ Ich ersparte mir jeglichen Kommentar und fuhr weiter. Ich war froh, dass diese Situation glimpflich verlaufen ist und eigentlich war es war auch einfach zu blöd!
 Anfangs war auch ich neugierig und wollte diese App, schon alleine auf Grund meiner Kindheitserinnerungen, selbst ausprobieren. Nach diesem Vorfall jedoch weigere ich mich, meinen Kindheitsheros einen zusätzlichen Download zu schenken.
 

Was muss passieren?

Es gab bereits mehrere Verkehrsunfälle, bei einem Massenunfall in Großbritannien etwa prallte ein 28 jähriger gegen einen Baum (er spielte während der Autofahrt!!!) und die Medien berichten täglich von Unfällen bzw. gewaltsamen Überfällen, die der „Pokémon-Jagd“ zugrunde liegen. Ja, sogar auf Autobahnen stehen bereits Hinweistafeln, dass es sich hier um eine „Pokémon-freie Zone“ handelt. Ehrlich: Wie krank ist das?
Interessant ist auch die Versicherungsfrage? Wie sieht es nämlich aus, wenn ein Unfall aufgrund der Nutzung von Pokémon GO passiert?
Womit müsste ich rechnen, hätte ich nicht rechtzeitig ausweichen, bremsen, stoppen können, sondern hätte den „Pokémon-fangenden“ Bauarbeiter überfahren? Wer wäre hier der Schuldige, Pikachu? Wohl kaum! Sollten Versicherungen also ab sofort Pakete anbieten, speziell für „Pokémon-Trainer“? Profit wäre damit wohl sicher zu machen! Handlung tut also Not, und zwar seitens des Staates und der Programmierer von Pokémon GO! 
 

Handlung tut also Not, und zwar seitens des Staates und der Programmierer von Pokémon GO!

Auch wenn der Grundgedanken von Pokémon Go mit mehr Bewegung der Spieler auf der Suche nach Pikachu & Co. und der Pflege von sozialen Kontakten durchaus positive Aspekte sind, überwiegen für mich ganz klar die Negativa. Etwa die Unterstützung der allgemeinen Smartphonesucht oder der Gefährdung von Leib und Leben. Denn der Alltag ist so schon herausfordernd genug…
 

Post von Chaluk