Histaminintoleranz – was ist das?

Das letzte halbe Jahr lieferte etliche Neuerungen. Sei es die Einführung von Chaluk Magazine bzw. Chaluk Interior oder auch meine dritte Ausstellung „TRIPLET“. Nun möchte ich mein Spektrum um ein weiteres Themenfeld erweitern, mir damit vielleicht auch einen weiteren USP schaffen und gleichzeitig jedem „Leidensgenossen“ helfen, auf Reisen die passende Verpflegung zu finden und damit eine praktische Hilfestellung geben. Die Rede ist von einer Histaminintoleranz.
 

Unverträglichkeit oder Allergie?

Zur Vorgeschichte: Ich selbst bin Allergiker und „addicted to sports“. Um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, verringerte ich den Konsum von Carbs (Zucker etc.). Gegen Ende verzichtete ich sogar komplett auf Kohlenhydrate, keine gute Idee. Hierzu aber später mehr in einem extra Artikel.
Positives aus dieser Ernährungsumstellung konnte ich dennoch mitnehmen. Meine Allergien sind nahezu gegen Null gesunken. Als ich versuchte, wieder normal zu speisen, bemerkte ich bei diversen Nahrungsmitteln neue allergische Reaktionen. Ich notierte die Produkte und verfasste eine Liste. Schnell war klar, dass es sich um Nahrungsmittel mit hohem Histamingehalt handelt. Die Folge: Reaktion auf histaminhaltige Nahrungsmittel.
 

Histaminintoleranz ist keine Allergie oder Unverträglichkeit, sondern ein Mangel des histaminabbauenden Enzyms DAO.

Viele kennen diesen Ausdruck nicht bzw. können damit nicht viel anfangen. Handelt es sich um eine Allergie auf bestimmte Nahrungsmittel oder ist es eine Unverträglichkeit?
Weder noch. Hierbei handelt es sich um eine Störung im Abbau von Histamin, welches mit einem Mangel von den dafür wichtigen Enzymen (ich erspare Euch die Fachausdrücke) im Körper zustande kommt. Oft ist diese Intoleranz eine Folgeerscheinung von Allergien bzw. Unverträglichkeiten. Es kommt zu einer pseudoallergischen Reaktion, welche bereits beim ersten Kontakt mit stark histaminhaltigen Lebensmitteln auftreten.
 

Wie äußert sie sich?

Symptome treten nach dem Verzehr von histaminreicher Nahrung auf und können sich unterschiedlich äußern. Reaktionen sind aber der einer Allergie ähnlich. Am häufigsten sind: rinnende Nase, Juckreiz, Atembeschwerden, Hautrötungen, Ausschläge und Kopfschmerzen. So auch bei mir.
Auch bei der Einnahme von Medikamenten sollte man Acht geben, um Unangenehmes zu vermeiden. Medikamente, welche die Histamin-Freisetzung steigern, wie etwa Aspirin, sollten gemieden werden. Besser, man greift hier zu Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ibuprofen.
 

Wie stelle ich sie fest?

Testen, selbständig Buch führen und die verschiedenen Reaktionen notieren. Was tut einem gut und was nicht. Derartige Zustände zu provozieren, ist aber nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Auch Histamin kann lebensbedrohliche Zustände auslösen. Daher empfiehlt sich, den Histaminpegel sowie Diaminoxidasepegel (Enzym zum Abbau von Histamin) im Blut vor einer histaminfreien Diät zu messen. Durch die Diät entzieht man dem Körper Histamin. Nach 14 Tagen misst man erneut. Sinkt der Histaminpegel (etwa um die Hälfte) und der DAO steigt stark, spricht man von einer Histaminintoleranz. Natürlich empfiehlt sich, ebenfalls Nahrungsmittelallergien, Kreuzreaktionen mit Pollen, Laktoseintoleranz, Zöliakie sowie Fructoseintoleranz zu messen.
 

Neben dem Messen des Histaminwerts, sollte auch auf Nahrungsmittelallergien, Kreuzreaktionen mit Pollen, Laktoseintoleranz, Zöliakie sowie Fructoseintoleranz geachtet werden.

Was wirkt dagegen?

So gut wie möglich histaminreiche Nahrung meiden. Leichter gesagt als getan. Vor allem im Ausland ist dies nicht immer möglich. Hierfür kann man aber Abhilfe schaffen und in der Apotheke Anithistaminika bzw. die histaminabbauenden Enzyme in Kapselform kaufen und diese vor der Mahlzeit einnehmen. Ernährt man sich jedoch über einen längeren Zeitraum „histaminfrei“, so mildern sich die Symptome und man kann wieder „normal“ essen. Bis die Reaktionen wieder stärker werden, dann startet man die Senkung des Histamins im Körper durch eine histaminfreie Ernährung erneut.
 
Ich mache mir dieses Thema nun zur zusätzlichen Herzensaufgabe während meiner vielen Auslandsaufenthalte und werde darüber berichten. Eine Liste von Nahrungsmitteln mit hohem Histamingehalt findest Du in den Downloads.
 

Post von Chaluk